Drei bewegte Jahre:Die Seebrücke blickt zurück

Berlin, September 2021, © Lennart Diesen, Schwebewerk

September 2021:48.000 Mal Abschottung!

Vor den Deutschen Bundestag haben wir ein riesiges Mosaik aus Bildern von Politiker*innen und Entscheidungsträger*innen gelegt. Die vielen kleinen Fotos von den Personen, die zum Beispiel durch Aussagen oder ihr Abstimmungsverhalten über die letzten Jahre maßgeblich zu der Abschottung Deutschlands und Europas beigetragen haben ergeben ein großes Bild, das repräsentativ für die unmenschlichen Konsequenzen dieser jahrelangen Abschottungspolitik steht. So wie die einzelnen Teile des Mosaiks, hat jede Entscheidung und jede Abstimmung der einzelnen Abgeordneten in den letzten Jahren dazu geführt, dass an Europas Außengrenzen tagtäglich Menschenrechte verletzt werden.

Berlin, September 2021, © Hami Roshan

Juli und August 2021:Unverhandelbar!

In über 70 Aktionen mit tausenden Menschen haben wir gezeigt, dass wir geschlossen für sichere Fluchtwege und die Evakuierung aller Lager an den EU-Außengrenzen stehen. Wir fordern das Ende deutscher Beteiligung an allen Frontex- und EUNAVFOR MED-Einsätzen und die Entkriminalisierung von Seenotrettung mit Entwicklung eines Seenotrettungsprogrammes. 

Nach einer Fahrraddemo zur Innenminister*innenkonferenz in Rust wurde gemeinsam mit unseren Bündnispartner*innen eine Liste der im Mittelmeer ertrunkenen Menschen überreicht, um zu zeigen: Menschenrechte und Seenotrettung sind unverhandelbar!

Januar 2021:Aufnahme statt Abschottung #KeinPushBackIstLegal

Unter dem Motto „Aufnahme statt Abschottung" fand am 30.01.2021 ein gemeinsamer Aktionstag mit der Balkanbrücke statt. In ganz Deutschland gingen Menschen auf die Straße und forderten den sofortigen Stopp der gewaltsamen illegalen Pushbacks an den europäischen Außengrenzen und eine Evakuierung der Lager an der bosnisch-kroatischen Grenze. Trotz Corona-Pandemie konnten wir das Thema somit in die Medien bringen und auf die politische Tagesordnung setzen.

September 2020:No More Morias!

Als im Sommer dieses Jahres das Lager Moria abgebrannt ist, standen noch am gleichen Tag mehrere zehntausend Menschen in ganz Deutschland auf der Straße und haben eindringlich bestärkt: Wir haben Platz! Überall in Deutschland und Europa sind Menschen aktiv geworden, haben innerhalb kürzester Zeit Demonstrationen auf die Beine gestellt, Banner gemalt und ihre Stimme gegen die menschenfeindliche Politik der Europäischen Union erhoben.

Evacuate Moria! © Nora Börding

September 2020:13.000 Stühle für Moria

Am 07.09.2020 haben wir in Zusammenarbeit mit #LeaveNoOneBehind, Sea-Watch und Campact eine beeindruckende Aktion möglich gemacht: 13.000 leere Stühle aufgereiht auf der Wiese vor dem Bundestag. Jeder Stuhl steht für jeden Menschen, der in Moria lebt. Dieses Aktionsbild wurde in unseren Lokalgruppen in unzähligen Städten und Dörfern ebenfalls in die Öffentlichkeit getragen: Leere Stühle als Symbol der Aufnahmebereitschaft wurden vor Rathäusern, Kirchen und auf großen Plätzen aufgestellt.

Stühle für Moria, Berlin, September 2020 © Nora Börding

März 2020:#LeaveNoOneBehind - Schutzsuchende schützen!

Die Corona-Pandemie verstärkt die Dringlichkeit einer sofortigen Evakuierung der griechischen Lager. Unter dem Slogan „Leave No One Behind” forderten die Seebrücke und zahlreiche weitere zivilgesellschaftliche Organisationen die sofortige Evakuierung der Lager auf den griechischen Inseln und die Aufnahme der Menschen in Deutschland. Quarantäne, Social Distance und Händewaschen sind in Moria nicht möglich. Mit Aktionen, bei denen wir alte Schuhe in kleinen und großen Städten verteilten, machten wir deutschlandweit auf die unhaltbaren Zustände in griechischen Lagern aufmerksam.

Köln, September 2020 © Nick Jaussi

März 2020:Wir haben Platz

Im Kontext der massiven Menschenrechtsverletzungen an der türkisch-griechischen Grenze und gewaltvoller Eskalationen auf den griechischen Inseln fanden bundesweite Proteste statt. Unter dem Motto „Grenze öffnen, Leben retten” gingen zehntausende Menschen in über 60 Städten Deutschlandweit bei über 90 Aktionen auf die Straßen und setzten ein klares Zeichen für das Recht auf Asyl und gegen die massive Gewalt gegen geflüchtete Menschen in Griechenland.

Februar 2020:Seebrücke auf Lesbos

Ende Februar 2020 reisten wir zusammen mit dem Oberbürgermeister von Potsdam Mike Schubert, dem ersten Bürgermeister von Rottenburg am Neckar Thomas Weigel und Prälat der Evangelischen Kirche Deutschland Dr. Martin Dutzmann nach Athen und Lesbos, um einen Einblick in die Lage vor Ort zu bekommen und über konkrete Hilfsmaßnahmen für die Menschen auf den griechischen Inseln zu sprechen.

#RechtAufFlucht, Heidelberg, Juli 2019

Juli 2019:Aktionstag 06.07. Für die Rechte von Geflüchteten: #FreeCarola!

Ein weiteres Highlight war der 6. Juli 2019: An diesem Tag haben wir wieder einmal gezeigt, wie viele Menschen für eine solidarische Gesellschaft streiten. Über 50.000 Menschen waren in über 100 Städten und Dörfern europaweit auf den Straßen und haben ein riesengroßes oranges Zeichen der Solidarität gesetzt.

Juni 2019:Gründung Bündnis Städte Sicherer Hafen

Auf dem Sicherer Hafen Kongress gründete sich das Bündnis Städte Sicherer Häfen, das sich nun seit knapp zwei Jahren für eine zusätzliche kommunale Aufnahme stark macht und somit Druck auf die Bundesregierung ausübt.

Juni 2019:Sicherer Hafen Kongress

Ebenfalls im Juni veranstalteten wir den Kongress „Leinen los für kommunale Aufnahme” im Roten Rathaus in Berlin. Hierbei gründeten 13 Kommunen das Bündnis „Städte Sicherer Häfen” – darunter Berlin, Potsdam, Freiburg, Rostock. Mit dem Bündnis organisieren wir den eigenständigen Protest politischer Akteure: Heute kritisieren Bürgermeister*innen und Kommunalpolitiker*innen laut und öffentlich die Abschottungspolitik der Bundesregierung. Sie fordern neue Wege, um Menschen solidarisch und selbstbestimmt in ihren Städten aufnehmen zu dürfen. Mittlerweile besteht das Bündnis aus über 88 Städten, Kommunen und Gemeinden.

Köln, Dezember 2019 © Stefan Rahmann

Juni 2019:„Jeder Mensch hat einen Namen”

Auf dem evangelischen Kirchentag im Juni 2019 protestierten wir mit der Aktion „Jeder Mensch hat einen Namen” gegen das Morden im Mittelmeer und rollten ein riesengroßes orangenes Banner mit den Namen von Verstorbenen am Kirchturm der St. Reinoldi Kirche Dortmund aus. Auf dem selben Kirchentag beschloss die Evangelische Kirche in Deutschland den Kauf eines eigenen Schiffes für die Seenotrettung im Mittelmeer.

Frühjahr 2019:Protest-Staffel

Im Frühjahr 2019 haben wir mit einer Protest-Staffel, die von Stadt zu Stadt zog, auf das Leid im zentralen Mittelmeer aufmerksam gemacht. Mit einem Schlauchboot, welches 2017 von der zivilen Seenotrettungsorganisation Sea-Eye im Wasser treibend auf der Route nach Europa entdeckt wurde, zogen Aktivist*innen durch Innenstädte und konfrontierten die Menschen direkt mit dem Sterben im Mittelmeer – ein Wegsehen unmöglich!

Kassel, Juli 2018, © Thomas Aleschewsky

August 2018:Europaweite Aktionen

Im Juni 2018 erhielten die Seenotrettungsschiffe "Aquarius" und "Lifeline" keinen sicheren Hafen, woraufhin wir uns zusammengeschlossen und die Seebrücke gegründet haben. Mit einer ersten Demonstration in Berlin am 7. Juli mit über 12.000 Menschen sind wir gestartet. In den Wochen darauf folgten hunderte Demonstrationen in ganz Deutschland, dazu in Österreich, Niederlande und der Schweiz. Jedes Wochenende standen Menschen von Wetzlar über Hannover bis nach München auf der Straße und haben lauthals gefordert: Die Rettung von Menschen im Mittelmeer ist eine Pflicht!

Juli 2018:Der Start!

Ende August 2018 starteten wir unsere erste europaweite Protestwoche unter dem Slogan „Build Bridges, Not Walls”. Über 40 Aktionen fanden in 10 verschiedenen europäischen Ländern statt und setzten ein Zeichen der Solidarität mit geflüchteten Menschen.

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