30.04.2026 · Pressemitteilung:Öffentlichkeit schafft Solidarität: Seebrücke ruft zu Unterstützung auf
Angriffe auf zivilgesellschaftliche Organisationen nehmen zu. Förderungen werden gestrichen, Projekte unter Druck gesetzt, Kritik delegitimiert. Viele fragen sich, ob es sicherer ist zu schweigen. Die Antwort ist nein.
Die jüngsten Ereignisse rund um das Demokratieprojekt „Radikale Töchter“ haben gezeigt, was passiert, wenn Angriffe öffentlich werden. Innerhalb weniger Tage wurde eine große Finanzierungslücke durch Spenden geschlossen. Das ist kein Zufall. Öffentlichkeit schafft Solidarität.
Auch bei der Seebrücke sind die Spenden in den vergangenen Monaten drastisch zurückgegangen. Wenn sich diese Entwicklung fortsetzt, steht die Fortführung unserer Arbeit in ihrer jetzigen Form konkret auf dem Spiel.
Die Seebrücke steht seit Jahren für eine solidarische Migrations- und Asylpolitik. Für sichere Fluchtwege. Gegen Abschiebungen. Gegen Gewalt an den Grenzen Deutschlands und Europas. Gleichzeitig verschärft sich das gesellschaftliche Klima. Rassistische Narrative werden normalisiert, rechte Gewalt nimmt zu. Spätestens seit dem Anschlag von Hanau ist sichtbar, wohin diese Entwicklungen führen. Angriffe auf Geflüchtetenunterkünfte gehören vielerorts zur Realität.
„Angriffe passieren längst. Die Frage ist, ob wir sie sichtbar machen oder hinnehmen“, sagt Moya Schiller von der Seebrücke. „Gerade jetzt ist es entscheidend, dass wir nicht leise werden.“
Die Bewegung ist Teil des Trägervereins Grenzenlose Solidarität e.V. und finanziert sich vollständig über Spenden. Diese Entscheidung ermöglicht politische Unabhängigkeit, macht die Arbeit aber auch verletzlich. Über 100 aktive Lokalgruppen, hunderte Aktivist*innen sowie mehr als 320 Sichere Häfen tragen die Seebrücke. Damit diese Struktur bestehen bleibt, braucht es verlässliche Unterstützung.
Die Spenden fließen direkt in:
Aktionen und Veranstaltungen wie Kino, Lesungen und Panels
Workshops, Fortbildungen und Bildungsarbeit
Materialien und Öffentlichkeitsarbeit
Räume und Infrastruktur wie Server
Honorare für Aktivistinnen und Referentinnen
Unterstützung migrantischer Selbstorganisationen
Die Seebrücke ruft Journalistinnen und Journalisten sowie Redaktionen dazu auf, Angriffe sichtbar zu machen und solidarische Perspektiven zu stärken.
„Solidarität entsteht, wenn Menschen hinschauen und handeln. Öffentlichkeit ist dafür entscheidend“, so Schiller.
Gerade in Zeiten zunehmender Angriffe auf zivilgesellschaftliche Akteur*innen kommt Medien eine besondere Verantwortung zu. Berichterstattung kann nicht nur einordnen, sondern auch schützen, indem sie Druck sichtbar macht und solidarische Strukturen stärkt.
Jetzt ist der Moment, diese Arbeit zu sichern. Die Seebrücke ruft dazu auf, langfristige Spenden einzugehen und die Forderung nach einer solidarischen Migrations und Asylpolitik zu unterstützen.
Für sichere Fluchtwege. Für ein Ende der Gewalt an den Grenzen. Für eine Gesellschaft, die nicht wegschaut, sondern aktiv wird.