18.07.2023 · News:Italienische Behörden stören weiter gezielt zivile Seenotrettung

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Aktuell fliehen wieder vermehrt Menschen über das zentrale Mittelmeer. Die zivilen Seenotrettungsschiffe sind im Dauereinsatz. Die Mare*Go von @zusammenland hat gestern bei 6 Notfällen assistiert und hat 38 Menschen, die in Seenot waren, an Bord genommen. Dem Schiff wurde nun Trapani als sicherer Hafen zugewiesen, obwohl andere Häfen deutlich näher wären. Für die Überlebenden bedeutet dies weitere 30 Stunden auf See und der Sonne ausgesetzt zu sein.

Auch die Geo Barents von @aerzteohnegrenzen ist derzeit im zentralen Mittelmeer aktiv. Innerhalb kürzester Zeit konnte sie 12 Rettungseinsätze durchführen, die vom italienischen MRCC koordiniert wurden. Über 450 Menschen konnte die Geo Barents sicher an Bord bringen. 116 Menschen wurden bereits auf Anweisung von Italien in Lampedusa ausgeschifft, die Geo Barents ist nun mit 346 geretteten Menschen auf dem Weg in das deutlich weiter entfernte Livorno.

Am Samstag unterstützte die Aurora von @seawatchcrew 11 Boote mit insgesamt ca. 485 Menschen in Seenot und stabilisierte die Situation bis die italienischen Behörden mehrere Boote retteten. Auf Anweisung nahm die Aurora selbst 52 Menschen an Bord. Auch der Aurora wurde der Hafen von Trapani zugewiesen, obwohl es nähere sichere Häfen gibt.

Obwohl die Situation auf dem Mittelmeer weiter dramatisch ist, hält Italien an seiner Politik der weit entfernten Häfen fest - selbst bei Einsätzen, die von Italien koordiniert, werden die zivilen Schiffe zu weit entfernten Häfen geschickt. Dadurch werden bewusst Rettungskapazitäten auf dem Mittelmeer verringert und der Tod fliehender Menschen billigend in Kauf genommen. Dazu wurden alleine im Juni 4 zivile Schiffen aus fadenscheinigen Gründen für jeweils 20 Tage festgesetzt. Wir fordern ein Ende der Politik der weit entfernten Häfen, sichere Fluchtwege und Bewegungsfreiheit für alle Menschen!